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Vogel niest oder atmet schwer: Atemwegsprobleme und Zugluft

Die Atemwege von Vögeln sind sehr leistungsfähig, aber auch empfindlich. Neben der Lunge haben Vögel Luftsäcke, die sich durch den ganzen Körper ziehen. Reizstoffe und Erreger können sich deshalb schnell ausbreiten. Wenn Ihr Vogel niest, Geräusche beim Atmen macht oder mit dem Schwanz wippt, sollten Sie genau hinschauen.

So atmen Vögel

Vögel haben kein Zwerchfell. Sie atmen, indem sie Brust und Bauch bewegen. In Ruhe ist diese Bewegung kaum sichtbar. Ein ruhender Vogel atmet mit geschlossenem Schnabel, gleichmässig und ohne Geräusche. Nur nach anstrengendem Flug oder bei grosser Hitze atmet er kurz schneller oder hechelt mit offenem Schnabel. Ein gelegentliches Niesen, zum Beispiel nach dem Baden oder im Staub, ist normal. Häufiges Niesen und jede Form von angestrengter Atmung in Ruhe sind es nicht.

Typische Anzeichen

Häufige Ursachen

Atemwegsprobleme können durch Bakterien, Viren oder Pilze entstehen. Pilzinfektionen werden durch verschimmeltes oder feucht gelagertes Futter und schmutzige Einstreu begünstigt. Bei Kanarienvögeln und anderen Finken können Luftröhrenmilben klickende Atemgeräusche verursachen. Die Papageienkrankheit, auch Psittakose genannt, betrifft Sittiche und Papageien und kann auch auf Menschen übertragen werden. Häufig sind ausserdem Reizungen durch Rauch, Duftkerzen, Raumsprays, Reinigungsmittel oder Dämpfe aus der Küche. Bei Wellensittichen können vergrösserte Organe oder eine vergrösserte Schilddrüse auf die Atemwege drücken. Welche Ursache vorliegt, klärt die Tierarztpraxis.

Die Rolle von Zugluft

Zugluft verursacht nicht direkt eine Infektion, schwächt aber die Abwehr. Vögel kühlen bei Luftzug aus, besonders wenn sie krank, alt oder in der Mauser sind. Stellen Sie den Käfig deshalb nie zwischen Fenster und Tür, nicht direkt neben ein Fenster, das zum Lüften gekippt wird, und nicht vor eine Klimaanlage oder einen Ventilator. Lüften ist trotzdem wichtig, denn frische Luft ist gut für die Atemwege. Lüften Sie lieber kurz und kräftig, während die Vögel in einem anderen Raum sind oder der Käfig geschützt steht. Auch starke Temperaturschwankungen und trockene Heizungsluft belasten die Schleimhäute. Prüfen Sie mögliche Zugluft, indem Sie eine Kerzenflamme oder ein dünnes Band an den Käfigstandort halten, ohne dass Vögel in der Nähe sind.

Was Sie selbst tun können

Wann sofort zur Tierarztpraxis

Atemnot ist bei Vögeln immer ein Notfall. Atmet Ihr Vogel mit offenem Schnabel, wippt er stark mit dem Schwanz, sitzt er aufgeplustert am Boden oder hören Sie deutliche Atemgeräusche, rufen Sie sofort die Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an. Transportieren Sie den Vogel warm, ruhig und mit abgedecktem Transportkäfig. Haben Dämpfe aus der Küche oder Reinigungsmittel die Beschwerden ausgelöst, bringen Sie den Vogel an frische Luft und rufen Sie zusätzlich Tox Info Suisse unter 145 an. Auch häufiges Niesen oder Nasenausfluss ohne Atemnot sollten Sie bald abklären lassen. Haben Sie selbst grippeähnliche Beschwerden und halten Vögel, erwähnen Sie das bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Vorbeugung und hilfreiches Zubehör

Ein heller, zugfreier Standort, saubere Futter- und Wasserstellen und rauchfreie Luft sind die wichtigsten Punkte. Neue Vögel sollten vor dem Zusammensetzen eine Zeit getrennt gehalten und tierärztlich untersucht werden. Leicht zu reinigende Spender finden Sie unter Futter- & Tränkespender. Mehr zu Gefahren in der Küche lesen Sie im Ratgeber Was ist giftig für Vögel?.

Häufige Fragen

Ist es schlimm, wenn mein Wellensittich niest?

Einzelnes Niesen ist normal. Niest er häufig, hat er Nasenausfluss oder verklebte Federn über dem Schnabel, kann das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein und gehört in die Tierarztpraxis.

Warum wippt mein Vogel mit dem Schwanz?

Schwanzwippen im Rhythmus der Atmung zeigt, dass der Vogel sich beim Atmen anstrengt. Das kann ein Hinweis auf Atemwegsprobleme oder andere Erkrankungen sein. Lassen Sie ihn rasch untersuchen.

Darf ich lüften, wenn ich Vögel habe?

Ja, frische Luft ist wichtig. Vermeiden Sie aber Durchzug am Käfig und gekippte Fenster direkt daneben. Kurzes, kräftiges Lüften ist besser als Dauerlüften.

Kann die Papageienkrankheit auf Menschen übertragen werden?

Ja, Psittakose kann auf Menschen übertragen werden. Bei Verdacht beim Vogel berät Sie die Tierarztpraxis; bei eigenen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.

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