Giftig für Hunde: gefährliche Lebensmittel und Pflanzen
Hunde erkunden die Welt mit der Nase und dem Maul. Dabei geraten sie leicht an Dinge, die für Menschen harmlos, für sie aber giftig sind. Wer die wichtigsten Gefahren kennt, kann vorbeugen und im Ernstfall schnell handeln. Bei jedem Vergiftungsverdacht gilt: sofort Tierarztpraxis oder tierärztlicher Notdienst, zusätzlich erreichen Sie Tox Info Suisse unter der Notfallnummer 145.
Giftige Lebensmittel
- Schokolade und Kakao: Je dunkler, desto gefährlicher. Auch Backwaren und Getränke mit Kakao gehören ausser Reichweite.
- Trauben und Rosinen: Schon kleine Mengen können bei manchen Hunden die Nieren schädigen, auch in Müesli oder Gebäck.
- Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch: roh, gekocht oder als Pulver in Saucen und Würzmischungen.
- Xylit (Birkenzucker): in zuckerfreiem Kaugummi, Bonbons, manchen Backwaren und Zahnpflegeprodukten für Menschen.
- Macadamianüsse, Avocado, Alkohol, Kaffee und koffeinhaltige Getränke.
- Gekochte Knochen: Sie können splittern und Maul, Magen oder Darm verletzen.
- Verschimmelte Lebensmittel und Abfälle, etwa aus dem Kompost.
Giftige Pflanzen in Haus und Garten
Viele beliebte Zier- und Gartenpflanzen sind für Hunde giftig. Dazu gehören Eibe, Oleander, Rhododendron und Azalee, Maiglöckchen, Fingerhut, Goldregen, Herbstzeitlose, Efeu und die Christrose. Auch Zwiebeln von Tulpen, Narzissen und Hyazinthen sind gefährlich, besonders wenn Hunde im Garten graben. Bei den Zimmerpflanzen sind etwa Dieffenbachie, Weihnachtsstern, Einblatt und Sagopalme zu nennen. Junge Hunde, die alles anknabbern, sind besonders gefährdet. Prüfen Sie Ihren Garten und Ihre Zimmerpflanzen, und stellen Sie Problematisches ausser Reichweite oder ersetzen Sie es.
Weitere Gefahren im Alltag
Medikamente für Menschen gehören zu den häufigsten Ursachen für Vergiftungen; schon eine einzelne Tablette kann für einen Hund gefährlich sein. Ebenso riskant sind Schneckenkörner, Rattengift, Dünger, Frostschutzmittel, Reinigungsmittel, Zigaretten und Nikotinprodukte. Im Sommer können sich in stehenden oder warmen Gewässern Blaualgen bilden; lassen Sie Ihren Hund an verfärbtem, schlierigem Wasser nicht baden oder trinken und beachten Sie lokale Warnungen. Leider kommen auch ausgelegte Giftköder vor. Fressen am Wegrand ist deshalb nie ganz ohne Risiko.
Woran Sie eine Vergiftung erkennen können
- Erbrechen, Durchfall, starkes Speicheln oder Schaum vor dem Maul.
- Zittern, Unruhe, Taumeln, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit.
- Auffällig schneller Herzschlag, Hecheln oder Atemnot.
- Blasse Schleimhäute, Blutungen aus Nase, Maul oder im Kot, manchmal erst Tage später.
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder plötzliche Verhaltensänderung.
Was im Notfall zu tun ist
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie schnell. Nehmen Sie Ihrem Hund Reste des Giftes weg und sichern Sie Verpackung, Pflanzenteile oder Erbrochenes, damit die Fachleute wissen, worum es geht. Rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an; Tox Info Suisse erreichen Sie zusätzlich unter 145. Schätzen Sie, wann und wie viel Ihr Hund aufgenommen haben könnte, und nennen Sie sein ungefähres Gewicht. Lösen Sie nicht selbst Erbrechen aus und geben Sie weder Milch, Öl noch Salzwasser: Das kann mehr schaden als nützen. Warten Sie nicht ab, bis Anzeichen auftreten. Manche Gifte wirken erst nach Stunden oder Tagen. Mehr zu Magen-Darm-Beschwerden lesen Sie im Ratgeber Durchfall und Erbrechen.
Vorbeugen und hilfreiches Zubehör
Bewahren Sie Lebensmittel, Medikamente, Taschen mit Süssigkeiten und Reinigungsmittel ausser Reichweite auf. Halten Sie Abfall und Kompost verschlossen. Trainieren Sie mit Ihrem Hund ein verlässliches «Aus» und üben Sie, Gefundenes gegen eine Belohnung zu tauschen. Für Hunde, die draussen alles fressen, kann ein gut sitzender, an den Hund gewöhnter Maulkorb sinnvoll sein. Bieten Sie zum Kauen sichere Alternativen an. Leckerlitaschen und Trainingszubehör finden Sie unter Training & Zubehör, Kauspielzeug unter Spielzeug.
Häufige Fragen
Mein Hund hat ein Stück Schokolade gefressen. Ist das gefährlich?
Das hängt von Sorte, Menge und Grösse des Hundes ab. Rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis an oder Tox Info Suisse unter 145 und halten Sie die Verpackung bereit.
Darf ich bei Vergiftungsverdacht selbst Erbrechen auslösen?
Nein. Je nach Gift kann Erbrechen zusätzlich schaden. Ob und wie Erbrechen ausgelöst wird, entscheidet die Tierarztpraxis.
Sind alle Nüsse für Hunde giftig?
Macadamianüsse sind besonders problematisch. Auch andere Nüsse sind wegen ihres hohen Fettgehalts, Schimmel oder Verschluckungsgefahr keine geeigneten Leckerli.
Wie schütze ich meinen Hund vor Giftködern?
Mit einem gut trainierten Abbruchsignal, Aufmerksamkeit unterwegs und in gefährdeten Gebieten einer Leine. Ein gewohnter Maulkorb kann zusätzlich schützen.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







