Katzenschnupfen: Niesen, tränende Augen und wann zum Tierarzt
Niest Ihre Katze häufig, tränen die Augen oder läuft die Nase, denken viele sofort an Katzenschnupfen. Dahinter steckt meist eine ansteckende Infektion der oberen Atemwege. Sie kann mild verlaufen, für Kätzchen, alte oder geschwächte Katzen aber ernst werden.
Was ist Katzenschnupfen?
Katzenschnupfen ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Infektionen von Nase, Augen, Rachen und Maulschleimhaut. Beteiligt sind verschiedene Viren und Bakterien, oft mehrere gleichzeitig. Die Erreger werden über Niesen, Speichel sowie Augen- und Nasensekret übertragen, direkt von Katze zu Katze oder über Hände, Näpfe und Decken. Besonders leicht verbreiten sie sich dort, wo viele Katzen zusammenleben. Manche Katzen tragen Erreger nach überstandener Krankheit weiter in sich. Sie können bei Stress erneut Beschwerden zeigen oder andere Katzen anstecken.
Typische Anzeichen
- Häufiges Niesen, Nasenausfluss, zuerst klar, später oft gelblich-grün
- Tränende, gerötete oder verklebte Augen, zusammengekniffene Lider
- Fieber, Müdigkeit, Rückzug
- Appetitlosigkeit, weil die Katze das Futter schlechter riechen kann
- Geschwüre im Maul oder an der Zunge, starkes Speicheln
- Schniefende oder geräuschvolle Atmung, Atmen durch das Maul
Andere Ursachen für Niesen
Nicht jedes Niesen ist Katzenschnupfen. Staub, Duftstoffe, Rauch, stark parfümierte Streu oder Reinigungsmittel können die Nase reizen. Auch Fremdkörper wie ein eingeatmeter Grashalm, entzündete Zahnwurzeln, Wucherungen in der Nase oder Allergien kommen infrage. Einseitiger Nasenausfluss, Blut aus der Nase oder Niesen über Wochen bei einer einzelnen Katze sprechen eher für eine solche Ursache und sollten in der Praxis abgeklärt werden. Mehr zum Gebiss lesen Sie im Ratgeber Zahnprobleme bei Katzen.
Was Sie selbst tun können
Halten Sie Ihre Katze warm und ruhig und bieten Sie ihr einen zugfreien, weichen Liegeplatz, etwa in einer Katzenhöhle. Weil verschnupfte Katzen schlecht riechen, fressen sie oft besser, wenn das Futter leicht angewärmt ist und gut duftet. Wischen Sie Nasen- und Augensekret behutsam mit einem weichen, mit lauwarmem Wasser angefeuchteten Tuch ab, für jedes Auge ein frisches Tuch. Sorgen Sie für frisches Wasser, zum Beispiel an einem Trinkbrunnen. Trennen Sie erkrankte Katzen nach Möglichkeit von den anderen und waschen Sie nach dem Kontakt die Hände. Reinigen Sie Näpfe und Decken häufig. Verwenden Sie keine Tropfen aus der Hausapotheke und keine ätherischen Öle; diese sind für Katzen schädlich.
Wann zur Tierärztin oder zum Tierarzt
Bald in die Praxis sollten Sie, wenn die Beschwerden mehr als ein, zwei Tage anhalten, der Ausfluss eitrig wird, die Augen verklebt sind oder die Katze Fieber hat. Kätzchen, alte Katzen und Tiere mit Vorerkrankungen sollten Sie früher vorstellen. Sofort zur Tierärztin, zum Tierarzt oder zum tierärztlichen Notdienst gehört Ihre Katze bei Atemnot oder Atmen mit offenem Maul, wenn sie gar nicht mehr frisst oder trinkt, sehr schwach ist oder wenn ein Auge stark schmerzt, getrübt oder geschwollen ist. Auch eine Katze, die länger als etwa einen Tag nichts frisst, braucht tierärztliche Hilfe.
Vorbeugung
Gegen wichtige Erreger des Katzenschnupfens gibt es Impfungen. Ob und in welchem Zeitplan Ihre Katze geimpft wird, bespricht die Tierarztpraxis mit Ihnen, auch für reine Wohnungskatzen. Die Impfung verhindert eine Ansteckung nicht in jedem Fall, kann aber den Verlauf mildern. Neue Katzen sollten Sie zuerst untersuchen lassen und anfangs getrennt halten. Stress schwächt die Abwehr, deshalb helfen feste Abläufe und Rückzugsorte. Nach dem Kontakt mit fremden Katzen waschen Sie sich die Hände, bevor Sie Ihre eigene Katze streicheln.
Hilfreiches Zubehör
- Weiches, waschbares Katzenbett oder Katzenhöhle an einem warmen, zugfreien Platz
- Mehrere leicht zu reinigende Näpfe für getrennte Fütterung
- Trinkbrunnen
- Gut belüftete Transportbox für den Weg zur Praxis
Häufige Fragen
Ist Katzenschnupfen für Menschen ansteckend?
Die typischen Erreger des Katzenschnupfens sind auf Katzen spezialisiert und gelten für Menschen in der Regel als unbedenklich. Menschen können sie aber über Hände und Kleidung auf andere Katzen übertragen. Gründliches Händewaschen ist deshalb wichtig.
Wie lange dauert Katzenschnupfen?
Ein milder Verlauf klingt oft nach einigen Tagen bis wenigen Wochen ab. Schwere Verläufe können länger dauern, und manche Katzen behalten einen chronischen Schnupfen. Wie es bei Ihrer Katze aussieht, beurteilt die Praxis.
Muss ich eine verschnupfte Katze von anderen trennen?
Wenn möglich ja, mit eigenen Näpfen, Liegeplätzen und Toilette. Besprechen Sie mit der Praxis, ob die anderen Katzen untersucht oder geimpft werden sollten.
Warum frisst meine verschnupfte Katze nicht?
Katzen orientieren sich beim Fressen stark am Geruch. Mit verstopfter Nase verlieren viele den Appetit. Leicht angewärmtes, duftendes Futter hilft oft. Frisst sie gar nicht, gehört sie in die Praxis.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







