Übergewicht bei Katzen: erkennen, abnehmen, Diabetes vorbeugen
Eine rundliche Katze wirkt gemütlich, doch Übergewicht belastet Gelenke, Herz und Stoffwechsel und erhöht das Risiko für Diabetes. Besonders Wohnungskatzen und kastrierte Tiere nehmen leicht zu. Mit genauer Beobachtung, kontrollierter Fütterung und mehr Bewegung lässt sich viel erreichen.
Wann ist eine Katze zu dick?
Das Körpergewicht allein sagt wenig, denn Katzen unterscheiden sich stark in Grösse und Körperbau. Aussagekräftiger ist die Körperform. Bei einer Katze mit gesundem Gewicht können Sie die Rippen mit flacher Hand leicht ertasten, ohne zu drücken. Von oben gesehen ist hinter den Rippen eine sanfte Taille erkennbar. Sind die Rippen nur mit Druck zu fühlen, fehlt die Taille oder ist der Bauch deutlich rund, ist die Katze vermutlich zu schwer. Eine kleine, lose Hautfalte am Unterbauch ist dagegen bei vielen Katzen normal. Die Tierarztpraxis kann den Körperzustand beurteilen und mit Ihnen ein Zielgewicht festlegen.
Häufige Ursachen
- Zu viel Futter, oft durch ungenaues Abmessen oder stets gefüllte Näpfe
- Viele Leckerli und Essensreste vom Tisch
- Wenig Bewegung, besonders bei Wohnungskatzen
- Langeweile, die durch Fressen ausgeglichen wird
- Kastration, nach der der Energiebedarf meist sinkt
- Nachlassende Aktivität im Alter
Diabetes und weitere Folgen
Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für Diabetes bei Katzen. Dabei kann der Körper den Blutzucker nicht mehr ausreichend regulieren. Typische Anzeichen sind deutlich vermehrtes Trinken und Urinieren, starker Appetit bei gleichzeitigem Gewichtsverlust und manchmal ein veränderter Gang, bei dem die Katze mit den Hinterbeinen tiefer auftritt als gewohnt. Zudem belastet Übergewicht die Gelenke, kann Atembeschwerden verstärken und erschwert die Fellpflege, besonders am Rücken und am Hinterteil. Auch Probleme mit Blase und Harnröhre treten bei übergewichtigen Katzen häufiger auf, siehe Harnwegsbeschwerden.
Was Sie selbst tun können
Wiegen Sie die tägliche Futtermenge genau ab, idealerweise mit einer Küchenwaage, und rechnen Sie Leckerli in die Tagesration ein. Verteilen Sie das Futter auf mehrere kleine Mahlzeiten; ein automatischer Futterspender kann dabei helfen. Futterbälle und Fummelbretter lassen die Katze für ihr Futter arbeiten. Planen Sie täglich mehrere kurze Spielrunden mit Federstab oder Ball ein, passende Ideen finden Sie bei Spielzeug. Ein Kratzbaum mit mehreren Ebenen lädt zum Klettern ein. Ganz wichtig: Eine Katze darf nicht radikal abnehmen. Frisst eine übergewichtige Katze über mehrere Tage kaum oder gar nicht, kann das eine gefährliche Leberverfettung auslösen. Lassen Sie sich deshalb für die Gewichtsabnahme einen Plan von der Tierarztpraxis geben.
Wann zur Tierärztin oder zum Tierarzt
Bevor Sie mit einer Gewichtsreduktion beginnen, sollte die Praxis Ihre Katze untersuchen und gemeinsam mit Ihnen Ziel und Tempo festlegen. Bald einen Termin vereinbaren sollten Sie, wenn Ihre Katze plötzlich viel mehr trinkt, häufiger uriniert, trotz gutem Appetit abnimmt oder ihr Gang sich verändert. Sofort in die Praxis oder zum tierärztlichen Notdienst gehört eine Katze, die teilnahmslos ist, wiederholt erbricht, nicht mehr frisst oder deren Schleimhäute oder Ohrinnenseiten gelblich wirken.
Vorbeugung
Am leichtesten ist es, Übergewicht gar nicht erst entstehen zu lassen. Wiegen Sie Ihre Katze einmal im Monat und notieren Sie das Ergebnis, so fallen auch langsame Veränderungen auf. Passen Sie die Futtermenge nach einer Kastration und im Alter gemeinsam mit der Praxis an. Bieten Sie Wohnungskatzen täglich Beschäftigung sowie Kletter- und Aussichtsplätze. Stress und Langeweile führen bei manchen Katzen zu Frustfressen, mehr dazu im Ratgeber zu Stress und Verhaltensproblemen.
Hilfreiches Zubehör
- Futterbälle, Fummelbretter und Schnüffelmatten
- Federstab, Bälle und andere Spielzeuge für tägliche Spielrunden
- Kratzbaum mit mehreren Ebenen
- Automatischer Futterspender mit Zeitsteuerung
- Trinkbrunnen, damit die Katze genug Wasser aufnimmt
Häufige Fragen
Wie schnell darf eine Katze abnehmen?
Langsam und kontrolliert. Welches Tempo für Ihre Katze sinnvoll ist, legt die Tierarztpraxis fest. Zu schnelles Abnehmen kann gefährlich sein.
Darf ich meine Katze einfach weniger füttern?
Eine Kürzung ohne Plan kann zu Nährstoffmangel oder zu langen Fresspausen führen. Lassen Sie Menge und Futter von der Praxis berechnen und messen Sie dann genau ab.
Ist Diabetes bei Katzen behandelbar?
Diabetes lässt sich bei vielen Katzen gut behandeln und kontrollieren. Wie die Behandlung aussieht, entscheidet die Tierarztpraxis. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser.
Meine Katze bettelt ständig. Was tun?
Bieten Sie Aufmerksamkeit und Spiel statt Futter an. Kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten und Futterspielzeuge helfen vielen Katzen, ruhiger zu werden.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







