Reptilien richtig füttern: Futtertiere, Pflanzen und Wasser
Eine passende Ernährung ist neben Wärme und Licht die wichtigste Grundlage für gesunde Reptilien. Je nach Art fressen sie Insekten, Pflanzen, kleine Wirbeltiere oder eine Mischung davon. Viele Probleme wie Übergewicht oder Knochenerkrankungen entstehen durch einseitige Fütterung. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die Grundlagen. Was genau Ihr Tier braucht, hängt von Art und Alter ab.
Welcher Ernährungstyp ist Ihr Reptil?
- Insektenfresser: zum Beispiel viele Geckos und kleinere Echsen. Sie fressen Grillen, Heimchen, Schaben, Heuschrecken und Larven.
- Pflanzenfresser: zum Beispiel Landschildkröten. Ihre Ernährung besteht überwiegend aus Wiesenkräutern, Blättern und Heu.
- Allesfresser: zum Beispiel Bartagamen. Jungtiere fressen mehr Insekten, erwachsene Tiere überwiegend Pflanzen.
- Fleischfresser: zum Beispiel Schlangen. Sie fressen ganze Beutetiere, meist Nagetiere passender Grösse.
Futterinsekten richtig halten
Futterinsekten sind nur so gut wie das, was sie selbst gefressen haben. Halten Sie sie in einer gut belüfteten, ausbruchsicheren Box, sauber und trocken, und füttern Sie sie mit frischem Gemüse, Kräutern oder Getreideflocken. So werden sie nahrhafter für Ihr Reptil. Abwechslung ist wichtig: Wechseln Sie zwischen verschiedenen Insektenarten. Fettreiche Larven wie Mehlwürmer eignen sich nur gelegentlich. Sammeln Sie keine Insekten von Wiesen, die gespritzt oder gedüngt sein könnten. Die Futtertiere sollten nicht grösser sein als der Abstand zwischen den Augen Ihres Reptils, damit es sie gut schlucken kann.
Pflanzliche Ernährung
Pflanzenfresser brauchen viele Ballaststoffe und wenig Zucker. Wildkräuter, wie sie auf ungespritzten Wiesen wachsen, sowie Heu bilden für viele Landschildkröten die Grundlage. Salate aus dem Laden sind oft zu wasserreich und nährstoffarm, um als Hauptfutter zu dienen. Obst enthält viel Zucker und ist für viele Arten höchstens eine seltene Ergänzung. Brot, Teigwaren, Milchprodukte, Fleisch für Pflanzenfresser und Essensreste gehören nicht in den Napf. Informieren Sie sich, welche Pflanzen für Ihre Art giftig sind, und bieten Sie Futter möglichst so an, dass das Tier nicht viel Bodengrund mitfrisst.
Fütterung von Schlangen
Schlangen fressen je nach Art und Alter in Abständen von mehreren Tagen bis Wochen. Die Beute sollte etwa so dick sein wie die dickste Stelle des Schlangenkörpers. In der Schweiz gelten für das Verfüttern lebender Wirbeltiere strenge Vorschriften; die meisten Schlangen lassen sich an tote, aufgetaute Futtertiere gewöhnen. Tauen Sie Frostfutter vollständig auf und erwärmen Sie es auf Raumtemperatur, nicht in der Mikrowelle. Reichen Sie es mit einer Futterpinzette, damit die Schlange nicht versehentlich Ihre Hand erwischt. Hantieren Sie nach dem Fressen einige Tage nicht mit dem Tier, sonst kann es die Beute wieder hervorwürgen.
Wasser und Mineralstoffe
Alle Reptilien brauchen Zugang zu frischem Wasser. Eine Wasserschale genügt vielen Arten. Manche Arten, zum Beispiel Chamäleons, trinken kaum aus Schalen, sondern nur Tropfen von Blättern; für sie ist regelmässiges Sprühen oder ein Tropfsystem nötig. Viele Reptilien, besonders Insekten- und Pflanzenfresser, benötigen zusätzliche Mineralstoffe, vor allem Kalzium. Ob, womit und wie oft ergänzt wird, besprechen Sie mit einer Tierarztpraxis mit Reptilienerfahrung. Ein Mangel kann zu Knochenerkrankungen führen, mehr dazu im Ratgeber Krankheiten bei Reptilien erkennen. Auch zu viel kann schaden.
Häufige Fütterungsfehler
- Zu häufiges oder zu reichliches Füttern, besonders bei erwachsenen Bartagamen und Leopardgeckos. Fettpolster am Schwanz und an den Achseln können ein Hinweis auf Übergewicht sein.
- Immer nur eine Futtersorte.
- Lebende Insekten über Nacht im Terrarium lassen. Grillen und Heimchen können schlafende Tiere anknabbern.
- Fütterung bei zu niedriger Temperatur: Reptilien verdauen nur bei ausreichender Wärme gut.
- Kein Wasser oder eine verschmutzte Wasserschale.
Wann zur Tierarztpraxis
- Das Tier frisst über längere Zeit nicht oder verliert Gewicht.
- Es würgt wiederholt Futter hervor oder hat anhaltend Durchfall.
- Futterinsekten haben das Tier verletzt.
- Verdacht auf eine Vergiftung, etwa durch giftige Pflanzen: sofort zur Tierarztpraxis, zusätzlich Tox Info Suisse unter 145.
- Hilfreiches Zubehör wie Futternäpfe, Wasserschalen, Futterpinzetten und Futterboxen finden Sie unter Terrarien & Zubehör.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich mein Reptil füttern?
Das hängt stark von Art und Alter ab. Jungtiere werden meist häufiger gefüttert als erwachsene Tiere, Schlangen deutlich seltener als Echsen. Lassen Sie sich für Ihre Art einen Fütterungsplan von der Tierarztpraxis oder beim Kauf geben.
Kann ich Insekten aus dem Garten verfüttern?
Nur, wenn Sie sicher sind, dass sie nicht mit Spritzmitteln in Kontakt waren und nicht giftig sind. Im Zweifel greifen Sie besser auf gezüchtete Futterinsekten zurück.
Dürfen Landschildkröten Salat und Obst fressen?
Gelegentlich wenig, aber nicht als Hauptfutter. Wildkräuter und Heu sind die bessere Grundlage. Obst ist wegen des Zuckers nur eine seltene Ergänzung.
Warum frisst meine Schlange nicht?
Häufige Gründe sind eine bevorstehende Häutung, zu niedrige Temperaturen, Stress nach einem Umzug oder die Jahreszeit. Verliert die Schlange Gewicht oder wirkt sie krank, lassen Sie sie untersuchen.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







