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Krankheiten bei Reptilien erkennen: Häutung, Milben, Atemwege

Reptilien zeigen Schmerzen und Krankheit oft erst spät. In der Natur wäre Schwäche gefährlich, deshalb verbergen sie sie lange. Umso wichtiger ist es, kleine Veränderungen ernst zu nehmen. Viele Probleme hängen mit der Haltung zusammen, also mit Temperatur, Feuchtigkeit, Licht oder Ernährung. Hier lesen Sie, woran Sie häufige Erkrankungen erkennen und wann eine Tierarztpraxis mit Reptilienerfahrung gefragt ist.

Allgemeine Warnzeichen

Häutungsprobleme

Reptilien häuten sich regelmässig. Schlangen streifen ihre Haut meist am Stück ab, Echsen in Fetzen. Bleiben Reste an Zehen, Schwanzspitze oder bei Schlangen an den Augen hängen, spricht man von Häutungsproblemen. Häufige Ursachen sind zu trockene Luft, fehlende raue Oberflächen zum Abstreifen, Mangelernährung oder eine Erkrankung. Bieten Sie eine Höhle mit leicht feuchtem Substrat an und prüfen Sie die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Ziehen Sie festsitzende Hautreste nicht mit Gewalt ab, das kann die darunterliegende Haut verletzen. Zur Tierarztpraxis gehören Reste an den Augen, Ringe aus alter Haut um Zehen oder Schwanzspitze, die einschnüren können, sowie Häutungsprobleme, die immer wiederkehren.

Milben

Milben sind winzige Parasiten, die vor allem Schlangen, aber auch Echsen befallen. Sie zeigen sich als kleine, schwarze, rote oder helle Punkte, die sich bewegen, oft unter den Schuppen, um die Augen oder in Hautfalten. Weitere Hinweise sind häufiges, langes Baden in der Wasserschale, Unruhe, Häutungsprobleme und kleine dunkle Punkte im Wasser. Ein Befall kann das Tier stark schwächen. Milben vermehren sich im ganzen Terrarium, deshalb genügt es nicht, nur das Tier zu behandeln. Wie Tier und Terrarium behandelt werden, bespricht die Tierarztpraxis mit Ihnen. Neue Tiere getrennt zu halten, beugt einer Einschleppung vor.

Atemwegsinfekt

Atemwegsinfekte sind bei Reptilien häufig und können gefährlich werden. Typische Anzeichen sind Pfeif- oder Blubbergeräusche beim Atmen, Schleim oder Bläschen an Nase oder Maul, Atmen mit offenem Maul, ein hochgereckter Kopf, Appetitlosigkeit und Trägheit. Oft spielen zu niedrige Temperaturen, Zugluft, Staunässe oder schlechte Belüftung eine Rolle. Atmet Ihr Tier mit offenem Maul oder hörbar angestrengt, ist das ein Notfall: sofort zur Tierarztpraxis oder zum tierärztlichen Notdienst. Prüfen Sie danach die Temperaturen und die Lüftung im Terrarium, siehe Terrarium einrichten.

Stoffwechselerkrankung der Knochen

Fehlt UV-B-Licht, enthält die Nahrung zu wenig Kalzium oder stimmt das Verhältnis der Mineralstoffe nicht, kann der Körper die Knochen nicht richtig aufbauen. Man spricht von einer metabolischen Knochenerkrankung. Anzeichen sind ein weicher oder verformter Unterkiefer, verkrümmte Beine oder Wirbelsäule, Schwellungen an den Gliedmassen, Zittern, Muskelzucken, Lahmheit, Schwierigkeiten beim Klettern oder bei Schildkröten ein weicher oder höckerig verformter Panzer. Junge, schnell wachsende Tiere sind besonders gefährdet. Bei solchen Anzeichen gehört das Tier rasch zur Tierarztpraxis. Krämpfe oder starkes Zittern sind ein Notfall. Ob und wie Kalzium und Vitamine ergänzt werden sollen, legt die Praxis fest; eine Überversorgung kann ebenfalls schaden. Mehr zur Ernährung lesen Sie unter Futtertiere und Ernährung.

Weitere Notfälle

Vorbeugung, Hygiene und Zubehör

Die wichtigste Vorbeugung ist eine artgerechte Haltung mit stabilen Temperaturen, passender Luftfeuchtigkeit, geeignetem UV-Licht und abwechslungsreicher Ernährung. Wiegen Sie Ihr Tier regelmässig, etwa mit einer Küchenwaage, und notieren Sie Gewicht, Häutungen und Auffälligkeiten. Entfernen Sie Kot und Futterreste zeitnah und reinigen Sie die Wasserschale häufig. Reptilien können Salmonellen tragen, ohne krank zu wirken; waschen Sie nach jedem Kontakt mit Tier oder Einrichtung die Hände. Thermometer und Hygrometer finden Sie unter Terrarien & Zubehör, Wärme- und UV-Lampen mit Schutzkorb unter Beleuchtung & Heizung.

Häufige Fragen

Mein Reptil frisst nicht mehr, ist das gefährlich?

Nicht immer. Vor der Häutung, in der Winterruhe oder in der Paarungszeit fressen manche Reptilien weniger. Hält die Futterverweigerung an oder verliert das Tier Gewicht, sollten Sie die Ursache in der Tierarztpraxis klären lassen.

Kann ich Häutungsreste selbst entfernen?

Lose Reste lösen sich oft nach einem Aufenthalt in einer feuchten Höhle. Ziehen Sie festsitzende Haut nicht mit Gewalt ab. Bei Resten an Augen, Zehen oder Schwanzspitze hilft die Tierarztpraxis.

Woran erkenne ich Milben bei meiner Schlange?

An kleinen, sich bewegenden Punkten unter den Schuppen und um die Augen, an häufigem Baden und an winzigen dunklen Punkten in der Wasserschale. Die Behandlung bespricht die Tierarztpraxis.

Warum atmet mein Reptil mit offenem Maul?

Das kann ein Zeichen für einen Atemwegsinfekt oder für Überhitzung sein. Bei Atemnot oder Atemgeräuschen gehen Sie sofort zur Tierarztpraxis.

Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.

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