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Milben, Federlinge und Kalkbein bei Vögeln erkennen

Juckreiz, Unruhe in der Nacht oder borkige Krusten am Schnabel können auf Parasiten hinweisen. Bei Ziervögeln kommen vor allem die Rote Vogelmilbe, Federlinge und Grabmilben vor, die Räude und Kalkbein auslösen. Viele dieser Parasiten sind gut zu erkennen, wenn man weiss, wo man suchen muss. Die Behandlung gehört aber in tierärztliche Hände.

Welche Parasiten bei Vögeln vorkommen

Die Rote Vogelmilbe lebt nicht dauerhaft auf dem Vogel. Sie versteckt sich tagsüber in Ritzen, Spalten, Sitzstangen und Nistkästen und kommt nachts zum Blutsaugen. Federlinge sind kleine, flache Insekten, die im Gefieder leben und sich von Federteilen und Hautschuppen ernähren. Grabmilben bohren sich in die Haut. Bei Wellensittichen verursachen sie die Schnabelräude mit weisslichen, schwammig wirkenden Krusten an Schnabel, Wachshaut und Augen. Befallen sie die Beine, spricht man vom Kalkbein, das vor allem bei Kanarienvögeln und anderen Finken auftritt. Daneben gibt es Milben, die die Atemwege befallen, mehr dazu im Ratgeber Atemwegsprobleme.

Typische Anzeichen

So prüfen Sie Käfig und Vogel

Häufige Ursachen und Risikofaktoren

Parasiten werden meist durch neue Vögel, gebrauchte Käfige, Nistmaterial oder Kontakt mit Wildvögeln eingeschleppt. Rote Vogelmilben können auch mit Kleidung oder Gegenständen aus Ställen und Vogelanlagen ins Haus gelangen. Grabmilben tragen viele Vögel unbemerkt in sich. Zu einem sichtbaren Befall kommt es oft erst, wenn die Abwehr geschwächt ist, etwa durch Stress, falsche Ernährung, andere Erkrankungen oder ungünstige Haltung. Ein Befall ist deshalb auch ein Anlass, die Haltungsbedingungen zu überprüfen.

Was Sie selbst tun können

Die Behandlung von Parasiten am Vogel gehört in die Tierarztpraxis. Welches Mittel geeignet ist und in welchem Zeitplan es angewendet wird, bespricht die Praxis mit Ihnen. Verzichten Sie auf Sprays, Öle oder Hausmittel, die Sie selbst auftragen. Viele davon sind für Vögel giftig oder verkleben das Gefieder. Gegen Kalkbein und Schnabelräude helfen auch keine Salben aus der Hausapotheke. Unterstützen können Sie die Behandlung durch gründliche Reinigung: Waschen Sie Käfig, Schalen und Zubehör heiss aus, ersetzen Sie Sitzstangen aus Naturholz sowie Nistmaterial und reinigen Sie die Umgebung des Käfigs. Werden Rote Vogelmilben festgestellt, müssen meist auch alle anderen Vögel im Haushalt mitbehandelt werden.

Wann zur Tierarztpraxis

Gehen Sie bald zur vogelkundigen Tierarztpraxis, wenn Sie Krusten, Federschäden oder nächtliche Unruhe bemerken. Sofort sollten Sie handeln, wenn der Vogel sehr schwach wirkt, blasse Schleimhäute hat, aufgeplustert am Boden sitzt oder nicht mehr frisst. Ein starker Befall mit Blutsaugern kann besonders bei Jungvögeln und kleinen Arten lebensgefährlich werden. Auch ein verformter Schnabel, der das Fressen erschwert, muss tierärztlich versorgt werden. Kürzen Sie Schnabel oder Krallen nicht selbst.

Vorbeugung und Zubehör

Neue Vögel sollten einige Wochen getrennt gehalten und vorher tierärztlich untersucht werden. Gebrauchte Käfige und Zubehör vor der Nutzung gründlich reinigen. Wählen Sie Käfige und Sitzstangen, die sich gut säubern lassen und wenige Ritzen haben. Ein Vogelbad fördert die Gefiederpflege. Passendes finden Sie unter Käfige & Zubehör.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich die Rote Vogelmilbe?

Die Milben sind tagsüber versteckt. Ein weisses Tuch über dem Käfig, das Sie am frühen Morgen kontrollieren, kann winzige rote oder dunkle Punkte zeigen. Auch Ritzen an Sitzstangen und Halterungen sollten Sie prüfen.

Ist Kalkbein ansteckend?

Die verursachenden Milben können zwischen Vögeln übertragen werden. Ob die anderen Vögel im Haushalt mitbehandelt werden, entscheidet die Tierarztpraxis.

Können Vogelmilben auf Menschen gehen?

Rote Vogelmilben können Menschen stechen und Juckreiz auslösen, leben aber nicht dauerhaft auf ihnen. Bei Hautbeschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.

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