Ohrentzündung beim Hund: Anzeichen und richtige Ohrenpflege
Ohrprobleme gehören zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch. Viele Hunde zeigen deutlich, dass etwas nicht stimmt: Sie schütteln den Kopf, kratzen sich oder reiben das Ohr am Boden. Mit regelmässigen Kontrollen und schonender Pflege lassen sich Beschwerden oft früh erkennen. Bei ersten Anzeichen gehört das Ohr aber in fachkundige Hände.
Wie das Hundeohr aufgebaut ist
Der Gehörgang des Hundes ist lang und verläuft wie ein L: zuerst senkrecht nach unten, dann waagrecht zum Trommelfell. In diesem Knick sammeln sich leicht Feuchtigkeit, Ohrenschmalz und Schmutz. Bei Hunden mit Hängeohren oder viel Haar im Gehörgang kommt wenig Luft hinein, was ein warmes, feuchtes Klima schafft. Darin vermehren sich Hefepilze und Bakterien besonders gut. Eine Entzündung des äusseren Gehörgangs ist am häufigsten, sie kann sich aber in tiefere Bereiche ausbreiten.
Typische Anzeichen
- Häufiges Kopfschütteln, Kratzen am Ohr oder Reiben des Kopfes am Boden.
- Unangenehmer, süsslicher oder fauliger Geruch aus dem Ohr.
- Rötung, Schwellung oder Wärme an der Innenseite der Ohrmuschel.
- Dunkles, krümeliges oder schmieriges Sekret, manchmal Eiter.
- Empfindlichkeit, wenn Sie das Ohr berühren, oder Schiefhalten des Kopfes.
Häufige Ursachen
Hinter einer Ohrentzündung steckt oft mehr als ein einzelner Auslöser. Allergien gegen Umweltstoffe oder Futterbestandteile machen die Haut im Ohr empfindlich und gelten als häufige Grundursache. Ohrmilben kommen besonders bei jungen Hunden vor und sind ansteckend. Im Sommer und Herbst gelangen leicht Grannen, also die spitzen Samenstände von Gräsern, beim Schnüffeln ins Ohr. Auch Wasser nach dem Baden, übertriebenes Reinigen, Fremdkörper oder Hautprobleme können eine Rolle spielen. Die Tierarztpraxis untersucht den Gehörgang und klärt, welche Erreger beteiligt sind. Hängt die Entzündung mit Juckreiz am ganzen Körper zusammen, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber Hautprobleme und Allergien.
Schonende Ohrenpflege zu Hause
Gesunde Ohren reinigen sich weitgehend selbst. Kontrollieren Sie die Ohren einmal pro Woche, bei Hunden mit Hängeohren oder viel Ohrhaar gerne häufiger. Gesund sieht die Innenseite blassrosa aus, riecht kaum und hat höchstens wenig hellen Schmalz. Sichtbaren Schmutz an der Ohrmuschel können Sie mit einem weichen, angefeuchteten Tuch sanft abwischen. Führen Sie keine Wattestäbchen in den Gehörgang ein: Sie schieben Schmutz tiefer hinein und können die empfindliche Haut verletzen. Geben Sie keine Hausmittel, Öle oder Mittel für Menschen ins Ohr. Ob eine spezielle Ohrreinigung sinnvoll ist, bespricht die Tierarztpraxis mit Ihnen. Belohnen Sie Ihren Hund bei jeder Kontrolle, dann lässt er sich auch im Ernstfall leichter untersuchen.
Wann zur Tierarztpraxis
- Ihr Hund schüttelt nach einem Spaziergang plötzlich heftig den Kopf und hält ihn schief: Das kann ein Hinweis auf eine Granne sein, bitte rasch zur Praxis.
- Das Ohr riecht, ist gerötet, nässt oder zeigt dunkles Sekret.
- Die Ohrmuschel ist prall geschwollen wie ein Kissen.
- Ihr Hund hat Schmerzen, lässt sich nicht mehr am Kopf berühren oder wirkt gleichgewichtsgestört.
- Beschwerden kommen nach einer Behandlung immer wieder.
Vorbeugung und hilfreiches Zubehör
Trocknen Sie die Ohren nach dem Baden oder Schwimmen sanft mit einem Tuch ab. Bürsten Sie das Fell an den Ohren regelmässig, damit sich keine Knoten und Grannen festsetzen. Kontrollieren Sie Ohren und Pfoten nach Spaziergängen durch hohe Wiesen, besonders im Spätsommer. Bei Rassen mit viel Haar im Ohr klärt die Tierarztpraxis oder ein Hundesalon, ob und wie das Haar gekürzt werden sollte. Ein feiner Kamm und eine weiche Bürste aus der Kategorie Pflege & Bürsten erleichtern die wöchentliche Kontrolle.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die Ohren meines Hundes reinigen?
Gesunde Ohren brauchen meist nur eine wöchentliche Kontrolle und gelegentliches Abwischen der Ohrmuschel. Zu häufiges Reinigen kann die Haut reizen.
Sind Ohrmilben ansteckend?
Ja, Ohrmilben können zwischen Hunden und Katzen im selben Haushalt übertragen werden. Die Tierarztpraxis entscheidet, ob alle Tiere untersucht werden sollten.
Warum haben manche Rassen öfter Ohrprobleme?
Hängeohren, enge Gehörgänge und viel Haar im Ohr erschweren die Belüftung. Auch Rassen mit Neigung zu Allergien sind häufiger betroffen.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







