Zecken beim Hund: erkennen, entfernen, vorbeugen
Zecken gehören für Hunde in der Schweiz fast das ganze Jahr zum Alltag. Ein Stich ist meist harmlos, doch Zecken können Krankheitserreger übertragen. Wer den Hund nach jedem Spaziergang absucht und Zecken früh entfernt, senkt dieses Risiko deutlich. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt und wann eine Abklärung nötig ist.
Was Zecken für Hunde bedeuten
Zecken sind kleine Spinnentiere, die sich im hohen Gras, im Unterholz und an Waldrändern aufhalten. Streift der Hund vorbei, klammern sie sich ans Fell, suchen eine dünne Hautstelle und saugen dort Blut. Dabei können sie Erreger weitergeben, etwa von Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose. Nicht jede Zecke trägt Erreger, und nicht jeder Stich führt zu einer Erkrankung. Je länger eine Zecke saugt, desto eher kann eine Übertragung stattfinden. Deshalb lohnt sich das tägliche Absuchen. Neben Zecken spielen auch Flöhe, Milben und Würmer eine Rolle. Sie zeigen sich oft durch Juckreiz, Hautveränderungen oder Verdauungsprobleme, mehr dazu im Ratgeber Juckreiz und Allergien.
Wann und wo Zecken aktiv sind
Zecken werden aktiv, sobald es einige Tage mild ist. Hauptsaison ist vom Frühling bis in den Herbst, in milden Wintern sind sie aber auch im Januar unterwegs. Besonders viele Zecken finden sich in feuchtem, schattigem Gelände: Waldränder, Wiesen mit hohem Gras, Bachufer, Hecken und Gebüsch. Auch im eigenen Garten können Zecken vorkommen, wenn dort Wildtiere durchziehen. Hunde mit dichtem oder dunklem Fell sind schwieriger abzusuchen, deshalb brauchen sie etwas mehr Zeit und gutes Licht.
So suchen Sie Ihren Hund richtig ab
- Suchen Sie nach jedem Spaziergang in der Natur, am besten in einem hellen Raum.
- Streichen Sie mit den Fingern gegen den Strich durchs Fell und achten Sie auf kleine Knötchen.
- Kontrollieren Sie besonders Kopf, Ohren und Ohrränder, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und die Zwischenräume der Zehen.
- Eine feine Fellbürste oder ein Flohkamm hilft, noch nicht festgesaugte Zecken zu finden.
- Schütteln Sie Decken und Liegeplätze regelmässig aus, damit herumkrabbelnde Zecken nicht übersehen werden.
Eine Zecke entfernen
Entfernen Sie eine festgesaugte Zecke möglichst rasch. Am einfachsten geht es mit einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder einem Zeckenhaken. Setzen Sie das Werkzeug direkt über der Haut an, also am Kopf der Zecke, und nicht am vollgesogenen Körper. Ziehen Sie die Zecke langsam und gleichmässig heraus oder drehen Sie sie heraus, je nach Werkzeug. Quetschen Sie die Zecke nicht, und verzichten Sie auf Öl, Klebstoff oder andere Mittel, die die Zecke ersticken sollen. Das reizt sie und kann die Übertragung von Erregern begünstigen. Bleibt ein kleiner Rest in der Haut, ist das meist kein Grund zur Sorge; der Körper stösst ihn oft von selbst ab. Beobachten Sie die Stelle in den folgenden Tagen. Notieren Sie sich das Datum, damit Sie es der Tierarztpraxis nennen können, falls der Hund später krank wirkt. Eine Auswahl an Hilfsmitteln finden Sie unter Pflege & Bürsten.
Wann zur Tierarztpraxis
- Die Einstichstelle schwillt stark an, wird heiss, nässt oder eitert.
- Ihr Hund wirkt in den Tagen oder Wochen nach einem Zeckenstich müde, frisst schlecht oder hat Fieber.
- Er lahmt wechselnd an verschiedenen Beinen oder hat geschwollene Gelenke.
- Der Urin ist auffällig dunkel, oder das Zahnfleisch wirkt blass oder gelblich: Dann bitte sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt.
- Sie finden sehr viele Zecken oder Flöhe auf einmal, oder Sie können eine Zecke nicht entfernen.
Vorbeugung
Den wichtigsten Schutz bietet die tägliche Kontrolle. Darüber hinaus gibt es verschiedene Präparate gegen Zecken und Flöhe; welches für Ihren Hund geeignet ist und in welchem Zeitplan es angewendet wird, bespricht die Tierarztpraxis mit Ihnen. Auch zu Impfungen und zur Entwurmung berät Sie die Praxis. Halten Sie Liegeplätze sauber und waschen Sie Hundedecken regelmässig, besonders in der Hauptsaison. Wege mit kurz gemähtem Gras sind in der Zeckenzeit eine gute Wahl. Ein heller, gut sichtbarer Liegeplatz aus der Kategorie Betten & Decken erleichtert es, Zecken im Haus zu entdecken.
Häufige Fragen
Kann sich eine Zecke vom Hund auf den Menschen übertragen?
Eine Zecke, die noch nicht festgesaugt ist, kann vom Fell des Hundes auf Menschen wechseln. Deshalb lohnt es sich, den Hund nicht erst auf dem Sofa abzusuchen.
Wie lange braucht eine Zecke, bis sie Erreger überträgt?
Das hängt vom Erreger ab. Allgemein gilt: Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko. Suchen Sie den Hund deshalb täglich ab.
Soll ich die entfernte Zecke aufbewahren?
Sie können die Zecke in einem verschlossenen Gefäss aufbewahren und das Datum notieren. Wird der Hund krank, kann die Tierarztpraxis entscheiden, ob dies hilfreich ist.
Gibt es im Winter keine Zecken?
Bei milden Temperaturen sind Zecken auch im Winter aktiv. Suchen Sie den Hund deshalb ganzjährig ab, wenn er im Grünen unterwegs war.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







