Aquarium einrichten für Anfänger: Grösse, Technik, Besatz
Ein Aquarium ist ein kleines Ökosystem im Wohnzimmer. Damit es stabil läuft und die Fische gesund bleiben, braucht es eine gute Planung: den richtigen Platz, passende Technik, Geduld beim Einfahren und einen Besatz, der zum Becken passt. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt vom leeren Becken bis zu den ersten Fischen.
Die richtige Grösse
Viele Einsteiger greifen zu einem kleinen Becken, weil es einfacher wirkt. Tatsächlich ist es oft umgekehrt: In wenig Wasser schwanken Temperatur und Wasserwerte schneller, und Fehler wirken sich sofort aus. Ein mittelgrosses Becken, häufig wird Einsteigern eines ab etwa 60 Litern geraten, verzeiht mehr und bietet mehr Möglichkeiten beim Besatz. Entscheidend ist auch die Grundfläche: Viele Fische brauchen Schwimmraum in der Länge. Planen Sie die Grösse immer passend zu den Fischen, die Sie halten möchten, und informieren Sie sich über deren Endgrösse. Für viele Arten legt die Schweizer Tierschutzverordnung Anforderungen an die Haltung fest; der Fachhandel gibt dazu Auskunft.
Standort und Unterbau
- Wählen Sie einen ruhigen Platz ohne direkte Sonne und nicht direkt neben einer Heizung oder einer oft geöffneten Tür.
- Bedenken Sie das Gewicht: Ein Liter Wasser wiegt etwa ein Kilogramm, dazu kommen Glas, Bodengrund und Deko. Ein stabiler, ebener Unterschrank und ein tragfähiger Boden sind Pflicht.
- Eine dünne Unterlage gleicht kleine Unebenheiten aus, wenn das Becken nicht schon eine eingebaute Auflage hat.
- In der Nähe sollte eine Steckdose sein. Führen Sie Kabel mit einer nach unten hängenden Schlaufe zur Steckdose, damit herablaufendes Wasser nicht hineintropft.
Die Grundausstattung
- Filter: reinigt das Wasser mechanisch und beherbergt die nützlichen Bakterien. Er sollte zur Beckengrösse passen und rund um die Uhr laufen.
- Heizstab mit Thermostat: für tropische Fische nötig, die meist Temperaturen um etwa 24 bis 26 Grad mögen. Die genauen Ansprüche hängen von der Art ab.
- Thermometer: zur täglichen Kontrolle, am besten gut sichtbar angebracht.
- Beleuchtung mit Zeitschaltuhr: für Pflanzenwachstum und einen festen Tag-Nacht-Rhythmus.
- Abdeckung: verhindert, dass Fische springen, und vermindert Verdunstung.
- Bodengrund, Pflanzen und Verstecke wie Steine, Wurzeln oder Höhlen.
- Wassertests, Mulmsauger, Kescher und Eimer, die nur für das Aquarium verwendet werden.
Schritt für Schritt einrichten
Spülen Sie Bodengrund und Deko gründlich mit klarem Wasser aus, ohne Spülmittel. Verteilen Sie den Bodengrund, nach hinten etwas höher, und platzieren Sie Steine und Wurzeln stabil, damit nichts umkippen kann. Füllen Sie zunächst einen Teil des Wassers ein, am besten über einen Teller, damit nichts aufgewirbelt wird, und setzen Sie die Pflanzen. Dann wird das Becken ganz gefüllt, Filter und Heizung werden angeschlossen und die Beleuchtung eingestellt. Viele Pflanzen von Anfang an helfen, Algen vorzubeugen. Danach beginnt die Einfahrphase von meist mehreren Wochen, in der sich die Filterbakterien ansiedeln. Was dabei im Wasser passiert, erklärt der Ratgeber Wasserwerte und Einfahrphase.
Der richtige Besatz
Wählen Sie Fische, die ähnliche Ansprüche an Wasserwerte und Temperatur haben und sich vertragen. Schwarmfische fühlen sich nur in einer Gruppe wohl, einzelne Tiere sind gestresst. Achten Sie auf die Endgrösse: Manche Fische, die im Laden klein sind, werden für ein Wohnzimmerbecken viel zu gross. Goldfische zum Beispiel brauchen viel Platz und kühleres Wasser, ein kleines Glas ist für sie ungeeignet. Fragen Sie im Fachhandel nach Gruppengrösse, Verhalten und Platzbedarf. Setzen Sie die Fische nach der Einfahrphase nicht alle auf einmal ein, sondern in mehreren Etappen mit einigen Wochen Abstand, damit sich die Bakterien an die steigende Belastung anpassen können. Wie das Umsetzen gelingt, lesen Sie unter Fische kaufen und eingewöhnen.
Häufige Anfängerfehler
- Fische am ersten Tag einsetzen, ohne Einfahrphase.
- Zu viele oder zu grosse Fische für das Becken.
- Zu viel füttern: Reste belasten das Wasser.
- Filter unter heissem Wasser auswaschen oder komplett erneuern.
- Kein fester Rhythmus für Licht und Wasserwechsel.
Hilfreiches Zubehör
Becken in verschiedenen Grössen finden Sie unter Aquarien & Becken, Filter, Heizstäbe, Thermometer und Beleuchtung unter Technik & Beleuchtung und Wurzeln, Steine und Höhlen unter Dekoration.
Häufige Fragen
Welches Aquarium ist für Anfänger am besten?
Ein mittelgrosses, rechteckiges Becken mit passender Technik ist meist einfacher zu pflegen als ein sehr kleines. Planen Sie die Grösse nach den Fischen, die Sie halten möchten.
Wie lange muss ein neues Aquarium laufen, bevor Fische hinein dürfen?
Meist mehrere Wochen. Entscheidend sind die Messwerte: Ammonium und Nitrit sollten wiederholt nicht mehr nachweisbar sein.
Wie viele Fische dürfen in mein Aquarium?
Das hängt von Art, Endgrösse, Verhalten und Schwimmverhalten der Fische ab. Eine pauschale Regel gibt es nicht. Lassen Sie sich im Fachhandel für Ihr Becken beraten und setzen Sie lieber zu wenige als zu viele Fische ein.
Muss die Heizung im Aquarium immer laufen?
Für tropische Fische ja, sie hält die Temperatur konstant. Ein Heizstab mit Thermostat schaltet sich automatisch ab, wenn die eingestellte Temperatur erreicht ist.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







