Neue Fische kaufen und eingewöhnen: Quarantäne und Umsetzen
Der Kauf neuer Fische ist ein schöner Moment, aber auch eine heikle Phase. Transport, fremdes Wasser und ein neues Revier bedeuten Stress, und mit neuen Tieren können Krankheiten ins Becken gelangen. Mit etwas Vorbereitung, einer sorgfältigen Eingewöhnung und, wenn möglich, einer Quarantäne starten Ihre Fische gesund in ihr neues Zuhause.
Vor dem Kauf
Informieren Sie sich vorab über die Fischart: Endgrösse, Gruppengrösse, Temperatur, Wasserwerte und Verträglichkeit mit Ihren bisherigen Fischen. Messen Sie die Werte in Ihrem Becken, damit Sie im Fachhandel konkret nachfragen können. Ihr Aquarium sollte vollständig eingefahren sein, siehe Einfahrphase und Wasserwerte. Kaufen Sie nicht spontan und nicht zu viele Fische auf einmal. Fragen Sie, mit welchem Futter die Fische bisher ernährt wurden und wie lange sie schon beim Händler sind. Fische, die frisch eingetroffen sind, brauchen oft noch Ruhe.
Gesunde Fische erkennen
- Die Fische schwimmen aktiv und artgerecht, Schwarmfische halten sich in der Gruppe.
- Flossen sind aufgerichtet, ganz und ohne milchige Ränder.
- Haut und Schuppen sind glatt, ohne Punkte, Beläge, Wunden oder abstehende Schuppen.
- Die Augen sind klar, der Bauch ist weder eingefallen noch aufgebläht.
- Die Atmung ist ruhig, die Fische hängen nicht an der Oberfläche.
- Im Verkaufsbecken schwimmen keine toten oder offensichtlich kranken Tiere. Ist das der Fall, kaufen Sie aus diesem Becken besser nicht.
Der Transport nach Hause
Fische werden meist in Beuteln mit etwas Luft transportiert. Fahren Sie möglichst direkt nach Hause und vermeiden Sie Umwege. Dunkelheit beruhigt die Tiere, eine Tasche oder ein Karton um den Beutel hilft. Schützen Sie den Beutel vor Hitze im Sommer und vor Kälte im Winter, eine isolierte Tasche ist eine gute Wahl. Lassen Sie den Beutel nie im Auto in der Sonne liegen. Je kürzer der Transport, desto geringer der Stress.
Die Eingewöhnung
- Schalten Sie die Aquarienbeleuchtung aus, damit die Fische zur Ruhe kommen.
- Lassen Sie den geschlossenen Beutel etwa eine Viertelstunde auf dem Wasser schwimmen, damit sich die Temperatur angleicht.
- Öffnen Sie den Beutel und geben Sie über eine längere Zeit in mehreren Schritten kleine Mengen Aquarienwasser dazu. So gewöhnen sich die Fische langsam an die neuen Wasserwerte.
- Fangen Sie die Fische mit einem Kescher aus dem Beutel und setzen Sie sie ins Becken. Das Transportwasser gehört nicht ins Aquarium, sondern in den Abfluss.
- Füttern Sie am ersten Tag wenig oder gar nicht und beobachten Sie die Fische in Ruhe.
Warum eine Quarantäne sinnvoll ist
Viele Erreger zeigen sich erst einige Tage nach dem Kauf, wenn der Transportstress die Fische geschwächt hat. In einem separaten Quarantänebecken können Sie neue Fische mehrere Wochen beobachten, bevor sie zu den anderen kommen. Dafür genügt ein kleineres Becken mit Filter, Heizstab, Thermometer und einigen Verstecken. Damit der Filter bereits nützliche Bakterien enthält, kann er vorab im Hauptbecken mitlaufen. Verwenden Sie für das Quarantänebecken einen eigenen Kescher und eigene Schläuche. Auch neue Pflanzen können Schnecken oder Erreger einschleppen; spülen Sie diese gründlich ab und beobachten Sie sie bei Bedarf ebenfalls getrennt. Zeigen sich in der Quarantäne Auffälligkeiten, lesen Sie im Ratgeber Fischkrankheiten erkennen weiter.
Wann Sie Hilfe holen sollten
- Neue Fische zeigen nach dem Einsetzen Punkte, Beläge, geklemmte Flossen oder fressen nach einigen Tagen noch nicht.
- Mehrere Fische atmen schnell oder schnappen an der Oberfläche nach Luft: sofort Wasserwerte messen, Teilwasserwechsel machen und Belüftung verstärken.
- Es kommt zu Todesfällen im Becken. Wenden Sie sich an den Fachhandel oder an eine Tierarztpraxis mit Erfahrung bei Zierfischen.
Fische nie aussetzen
Sollten Sie Fische abgeben müssen, wenden Sie sich an den Fachhandel, einen Aquarienverein oder ein Tierheim. Fische, Pflanzen oder Schnecken aus dem Aquarium dürfen nie in Bäche, Seen oder Teiche gelangen. Das ist nicht erlaubt und kann heimische Tiere und Gewässer schädigen. Kescher, Thermometer und ein kleines Becken für die Quarantäne finden Sie unter Zubehör & Reinigung und Aquarien & Becken.
Häufige Fragen
Wie lange sollten neue Fische in Quarantäne?
Üblich sind mehrere Wochen. In dieser Zeit zeigen sich viele Krankheiten, die beim Kauf noch nicht sichtbar waren.
Darf das Wasser aus dem Beutel ins Aquarium?
Besser nicht. Es kann Erreger und Ausscheidungen enthalten. Setzen Sie die Fische mit einem Kescher um und entsorgen Sie das Transportwasser.
Warum verstecken sich neue Fische?
Das ist in den ersten Tagen normal. Die Tiere müssen das neue Revier erst kennenlernen. Genügend Pflanzen und Verstecke helfen ihnen, sich sicher zu fühlen.
Wie viele Fische kann ich auf einmal einsetzen?
Setzen Sie lieber kleinere Gruppen in mehreren Etappen ein. So können sich die Filterbakterien an die zusätzliche Belastung anpassen.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







