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Kaninchen frisst nicht: Blähungen und Darmstillstand erkennen

Ein Kaninchen, das nicht frisst, ist immer ein Grund zur Sorge. Sein Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, fast ununterbrochen kleine Mengen Futter weiterzutransportieren. Stockt dieser Fluss, können sich Gase bilden und der Darm kann ganz stillstehen. Das kann innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die Warnzeichen früh zu erkennen und richtig zu handeln.

Was im Kaninchenbauch passiert

Kaninchen fressen über den Tag und die Nacht verteilt viele kleine Portionen. Die Rohfaser aus Heu und Gras hält den Darm in Bewegung. Im Blinddarm zersetzen Bakterien die Nahrung, daraus entsteht unter anderem der weiche Blinddarmkot, den Kaninchen direkt wieder aufnehmen. Gerät dieses Gleichgewicht durcheinander, verlangsamt sich die Darmbewegung. Es bilden sich Gase, der Bauch spannt und schmerzt, und das Kaninchen frisst noch weniger. So entsteht ein Kreislauf, der ohne Behandlung zum vollständigen Darmstillstand führen kann. Meerschweinchen und Chinchillas haben eine ähnliche Verdauung und sind genauso gefährdet.

Typische Anzeichen

Häufige Ursachen

Oft steckt eine Ernährung mit zu wenig Heu und zu viel Trockenfutter, Getreide oder Zucker dahinter. Auch eine abrupte Futterumstellung, viel nasses oder gärendes Grünfutter, verschluckte Haare beim Fellwechsel oder Fremdkörper wie Teppichfasern können den Darm belasten. Schmerzen anderer Art, etwa durch Zahnprobleme, führen dazu, dass das Tier weniger frisst, und lösen damit den Kreislauf aus. Stress durch Hitze, Transport, Lärm oder den Verlust eines Partnertieres kann ebenfalls eine Rolle spielen. In manchen Fällen liegt eine echte Verstopfung des Darms vor, die besonders gefährlich ist. Die Ursache kann nur die Tierarztpraxis klären.

Wann sofort zur Tierarztpraxis

Was Sie bis zum Termin tun können

Bleiben Sie ruhig und fahren Sie möglichst bald los. Halten Sie das Kaninchen warm und ruhig, zum Beispiel in einer gut gepolsterten Transportbox mit einem Handtuch. Bieten Sie Heu, frische Kräuter und Wasser an, zwingen Sie aber nichts hinein. Geben Sie keine Medikamente oder Mittel aus der Hausapotheke, und massieren Sie den Bauch nicht kräftig: Bei einer Verstopfung kann das schaden. Ein Partnertier darf mitfahren, das beruhigt viele Kaninchen. Notieren Sie, seit wann das Tier nicht mehr frisst, wann Sie den letzten Kot gesehen haben und ob sich am Futter etwas geändert hat. Ob und wie Sie später zufüttern sollen, zeigt Ihnen die Tierarztpraxis.

Vorbeugung und hilfreiches Zubehör

Die beste Vorbeugung ist reichlich Heu rund um die Uhr, dazu frisches Grünfutter, das Sie langsam einführen. Trockenfutter und süsse Leckerli sollten die Ausnahme sein. Bürsten Sie Ihr Kaninchen im Fellwechsel häufiger, damit es weniger Haare verschluckt. Kontrollieren Sie jeden Tag, ob alle Tiere fressen und normale, runde Kotkugeln absetzen; in einer Gruppe fällt ein krankes Tier sonst leicht nicht auf. Mehrere Wasserstellen sorgen dafür, dass genug getrunken wird. Eine stabile Transportbox sollte immer griffbereit sein. Passendes finden Sie unter Näpfe & Tränken und Spielzeug & Zubehör.

Häufige Fragen

Wie lange kann ein Kaninchen ohne Fressen sein?

Nur sehr kurz. Frisst ein Kaninchen einige Stunden lang nichts, sollten Sie noch am selben Tag die Tierarztpraxis kontaktieren. Warten Sie nicht bis zum nächsten Morgen.

Mein Kaninchen frisst nicht, ist das ein Notfall?

Ja, Fressverweigerung beim Kaninchen gilt als Notfall. Besonders dringend ist es, wenn zusätzlich kein Kot kommt, der Bauch gespannt ist oder das Tier teilnahmslos wirkt.

Kann ich Blähungen beim Kaninchen selbst behandeln?

Bitte nicht auf eigene Faust. Blähungen können ein Zeichen eines Darmstillstands oder einer Verstopfung sein. Was zu Hause sinnvoll ist, bespricht die Tierarztpraxis mit Ihnen.

Warum frisst mein Kaninchen seinen eigenen Kot?

Das ist normal. Kaninchen nehmen den weichen Blinddarmkot direkt wieder auf, weil er wichtige Nährstoffe enthält. Bleiben solche weichen Kotreste oft liegen oder kleben am Fell, sollte das abgeklärt werden.

Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.

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