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Zahnprobleme bei Kaninchen und Meerschweinchen: zu lange Zähne

Bei Kaninchen und Meerschweinchen wachsen alle Zähne ein Leben lang nach. Damit sie die richtige Länge behalten, müssen sie sich beim Kauen ständig abnutzen. Klappt das nicht, entstehen zu lange Zähne, scharfe Kanten oder Fehlstellungen, die beim Fressen schmerzen. Zahnprobleme gehören deshalb zu den häufigsten Gründen, warum diese Tiere krank werden. Hier lesen Sie, woran Sie sie früh erkennen.

Warum die Zähne zu lang werden

Kaninchen und Meerschweinchen haben vorne Schneidezähne und hinten Backenzähne. Beide Gruppen wachsen ständig nach. In der Natur fressen die Tiere über viele Stunden täglich Gräser und Kräuter, die viel Kaubewegung verlangen und die Zähne gleichmässig abschleifen. Fehlt diese Kauarbeit, nutzen sich die Zähne zu wenig oder schief ab. An den Backenzähnen können dann spitze Haken entstehen, die in Zunge oder Wange drücken. Auch die Schneidezähne können aneinander vorbei wachsen und sich verbiegen. Chinchillas, Ratten und Mäuse haben ebenfalls nachwachsende Schneidezähne; bei Chinchillas wachsen zusätzlich die Backenzähne lebenslang, deshalb gelten für sie ähnliche Regeln.

Typische Anzeichen

Häufige Ursachen

Die häufigste Ursache ist ein Futter mit zu wenig Rohfaser, also zu wenig Heu und zu viel Trockenfutter, Pellets oder Getreidemischungen. Diese werden schnell gekaut und schleifen die Zähne kaum ab. Daneben spielen Veranlagung und Kopfform eine Rolle: Kaninchen mit sehr rundem, kurzem Kopf sind häufiger betroffen. Auch Unfälle, etwa das Nagen an Gitterstäben, können Zähne beschädigen. Bei Meerschweinchen kann ein Mangel an Vitamin C das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat schwächen, mehr dazu im Ratgeber Vitamin C und Ernährung beim Meerschweinchen. Welche Ursache vorliegt, klärt die Tierarztpraxis.

Was Sie selbst tun können

Das Wichtigste ist eine Ernährung, die viel Kauarbeit verlangt. Heu sollte immer und in grosser Menge zur Verfügung stehen, dazu frisches Grünfutter, Kräuter und Blattgemüse. Trockenfutter und Leckerli sind höchstens eine kleine Ergänzung. Wiegen Sie Ihre Tiere einmal pro Woche mit einer einfachen Küchenwaage und notieren Sie das Gewicht. Ein schleichender Gewichtsverlust ist oft das erste Warnsignal. Schauen Sie bei der wöchentlichen Kontrolle auch kurz auf die Schneidezähne und tasten Sie den Unterkiefer ab. Kürzen Sie Zähne niemals selbst mit einer Zange oder Schere. Das kann Zähne spalten, Wurzeln verletzen und starke Schmerzen verursachen.

Wann zur Tierarztpraxis

Vorbeugung und hilfreiches Zubehör

Neben viel Heu helfen Beschäftigung und Kaumaterial. Unbehandelte Äste von ungiftigen Obstbäumen, Haselnuss oder Weide sowie Kauspielzeug aus Holz regen zum Nagen an, ersetzen aber das Heu nicht. Eine Heuraufe hält das Heu sauber und trocken, sodass die Tiere mehr davon fressen. Kontrollen der Zähne gehören zu jedem Tierarztbesuch; Tiere mit bekannten Zahnproblemen brauchen oft regelmässige Termine, deren Abstand die Praxis festlegt. Kauspielzeug und Zubehör finden Sie unter Spielzeug & Zubehör, Näpfe unter Näpfe & Tränken. Wenn ein Tier nicht mehr frisst, lesen Sie auch den Ratgeber Blähungen und Darmstillstand.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass mein Kaninchen zu lange Zähne hat?

Typisch sind wählerisches Fressen, Futter fallen lassen, ein nasses Kinn, Gewichtsverlust und kleinere Kotkugeln. Die Backenzähne sind von aussen nicht sichtbar, deshalb braucht es für die Beurteilung eine Untersuchung in der Tierarztpraxis.

Reicht ein Nagerstein für die Zähne?

Nein. Die Zähne nutzen sich vor allem durch langes Kauen von Heu und Grünfutter ab. Nagematerial ist eine Beschäftigung, aber kein Ersatz für faserreiches Futter.

Kann ich die Zähne meines Meerschweinchens selbst kürzen?

Bitte nicht. Selbst gekürzte Zähne können splittern oder die Wurzeln verletzen. Zahnkorrekturen gehören in die Tierarztpraxis.

Wie oft sollte man die Zähne kontrollieren lassen?

Bei gesunden Tieren genügt meist die Kontrolle beim regulären Check. Bei bekannten Zahnproblemen legt die Tierarztpraxis den passenden Abstand fest.

Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.

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