Käfig und Gehege für Kleintiere einrichten: Platz, Streu, Hygiene
Ein gut eingerichtetes Gehege ist die beste Gesundheitsvorsorge für Kleintiere. Viele häufige Probleme, von wunden Füssen über Schnupfen bis zu Verhaltensstörungen, haben ihre Ursache in zu wenig Platz, ungeeigneter Einstreu oder mangelnder Hygiene. Hier erfahren Sie, worauf es bei Grösse, Standort, Boden, Einrichtung und Reinigung ankommt, damit sich Ihre Tiere wohlfühlen und gesund bleiben.
Genug Platz für artgerechtes Verhalten
Viele handelsübliche Käfige sind zu klein. Kaninchen wollen hoppeln, Haken schlagen und sich aufrecht hinstellen, Meerschweinchen rennen und verstecken sich gern. Die Schweizer Tierschutzverordnung legt Mindestmasse für Gehege fest; mehr Platz ist für die Tiere aber fast immer besser. Bewährt haben sich grosse Gehege, Zimmergehege oder abgetrennte Bereiche im Raum, ergänzt durch täglichen Auslauf. Hamster brauchen eine grosse Grundfläche mit tiefer Einstreu zum Graben. Ratten und Chinchillas nutzen die Höhe und freuen sich über mehrere Ebenen, Rampen und Hängematten. Für Chinchillas gehört zusätzlich ein Sandbad zur Fellpflege dazu.
Der richtige Standort
- Hell, aber ohne direkte Sonne, damit es im Sommer nicht zu heiss wird.
- Ohne Zugluft und nicht direkt neben Heizung, Fenster oder Balkontür.
- Ruhig, ohne laute Musik oder Fernseher in unmittelbarer Nähe, aber dort, wo Sie die Tiere täglich sehen.
- Erhöht oder mit Rückzugsmöglichkeiten, damit sich die Tiere nicht von oben bedroht fühlen.
- Draussen: wetterfest, mit Unterstand und Schatten, gegen Marder, Fuchs und Greifvögel gesichert und im Winter mit isolierter Schutzhütte.
- Wohnungen mit Rauchern, Duftkerzen oder Raumsprays sind für die empfindlichen Atemwege belastend.
Boden und Einstreu
Der Boden muss trocken, weich und rutschfest sein. Gitterböden sind ungeeignet und sollten vollständig abgedeckt werden. Als Einstreu eignen sich staubarme, saugfähige Materialien wie Hanf-, Strohpellets, Holzspäne aus unbehandeltem Holz oder Streu auf Papierbasis, darüber eine Schicht Heu oder Stroh. Vermeiden Sie stark staubende, parfümierte oder klumpende Streu, wie sie für Katzentoiletten gedacht ist; sie kann Atemwege und Verdauung reizen. Hamster und Mäuse brauchen eine besonders tiefe Schicht, in der sie Gänge graben können. Ein Teil der Fläche kann mit waschbaren Teppichen oder Matten ausgelegt werden, so haben die Füsse Abwechslung. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber wunde Füsse und Sohlengeschwüre.
Die Einrichtung
- Mindestens ein Häuschen pro Tier, am besten mit zwei Ausgängen, damit niemand in die Enge getrieben wird.
- Eine Heuraufe oder mehrere Heuplätze, damit immer frisches, sauberes Heu da ist.
- Schwere Keramiknäpfe, die nicht kippen, und zusätzlich eine Trinkflasche oder ein zweiter Wassernapf.
- Tunnel, Röhren und Ebenen für Bewegung und Beschäftigung.
- Unbehandelte Äste und Kauspielzeug aus Holz für die Zähne.
- Für Kaninchen eine Buddelkiste, für Hamster ein ausreichend grosses Laufrad mit geschlossener Lauffläche.
- Eine Toilettenecke mit saugfähiger Streu, die viele Kaninchen gerne annehmen.
Hygiene: täglich, wöchentlich, gründlich
Entfernen Sie täglich nasse Stellen, Kot und welkes Frischfutter. Spülen Sie Näpfe täglich mit heissem Wasser und füllen Sie frisches Wasser auf; Trinkflaschen brauchen regelmässig eine Bürste für die Innenseite. Einmal pro Woche wechseln Sie einen grösseren Teil der Einstreu und reinigen Häuschen und Zubehör. Dafür genügen heisses Wasser und bei Bedarf ein milder Essigreiniger, den Sie gut abspülen. Starke Desinfektionsmittel und Duftreiniger sind ungeeignet. Bei Hamstern reinigen Sie nur Teilbereiche und lassen das Nest mit dem Vorrat möglichst in Ruhe. Riecht es im Gehege stark nach Ammoniak, ist das ein Zeichen, dass öfter gereinigt werden muss. Warum das für die Atemwege wichtig ist, erklärt der Ratgeber Schnupfen bei Kaninchen und Meerschweinchen.
Warnzeichen im Gehege
Das Gehege verrät viel über die Gesundheit. Achten Sie bei der täglichen Reinigung darauf, ob alle Tiere fressen, ob der Kot normal geformt ist und ob sich die Urinmenge oder die Farbe verändert. Blut im Urin, kein Kot, Durchfall, unberührtes Futter oder ein Tier, das sich zurückzieht, sind Gründe, die Tierarztpraxis zu kontaktieren. Frisst ein Kaninchen oder Meerschweinchen gar nicht mehr, melden Sie sich noch am selben Tag. Bei Hitze gilt: Ein Tier, das flach liegt und schnell atmet, braucht sofort tierärztliche Hilfe, mehr dazu im Ratgeber Hitzschlag bei Kleintieren. Gehege, Häuschen, Näpfe und Zubehör finden Sie unter Käfige & Gehege, Häuschen & Betten, Näpfe & Tränken und Spielzeug & Zubehör.
Häufige Fragen
Wie gross muss ein Gehege für zwei Kaninchen sein?
Die Tierschutzverordnung legt Mindestmasse fest, mehr Platz ist aber deutlich besser. Kaninchen sollten hoppeln, Haken schlagen und sich aufrecht hinstellen können, ergänzt durch täglichen Auslauf.
Welche Einstreu ist gut für Meerschweinchen?
Geeignet ist staubarme, saugfähige Streu, zum Beispiel aus Hanf, Stroh, unbehandeltem Holz oder Papier, darüber Heu. Klumpende Katzenstreu und parfümierte Streu sind ungeeignet.
Wie oft muss man den Kaninchenstall sauber machen?
Nasse Stellen und Kot täglich entfernen, Näpfe täglich spülen und einmal pro Woche einen grösseren Teil der Einstreu wechseln. Riecht es nach Ammoniak, häufiger reinigen.
Wo sollte der Hamsterkäfig stehen?
An einem ruhigen, gleichmässig warmen Platz ohne Zugluft und direkte Sonne. Da Hamster tagsüber schlafen, gehört das Gehege nicht ins Kinderzimmer neben das Bett oder in einen lauten Raum.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







