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Kaninchen und Meerschweinchen kastrieren und paarweise halten

Kaninchen und Meerschweinchen sind gesellige Tiere. Allein werden sie oft scheu, unruhig oder krank. In der Schweiz schreibt die Tierschutzverordnung für gesellige Arten wie diese den Kontakt zu Artgenossen vor. Damit eine Gruppe friedlich zusammenlebt und es keinen ungewollten Nachwuchs gibt, ist eine Kastration oft sinnvoll. Hier erfahren Sie, welche Gesundheitsaspekte dabei wichtig sind und wie das Zusammenleben gelingt.

Warum Einzelhaltung nicht artgerecht ist

In der Natur leben Kaninchen und Meerschweinchen in Gruppen. Sie putzen sich gegenseitig, liegen eng beieinander, warnen sich vor Gefahren und kommunizieren über Laute und Körpersprache. Ein Mensch kann diese Gesellschaft nicht ersetzen, auch wenn er viel Zeit mit dem Tier verbringt. Einzeln gehaltene Tiere zeigen häufiger Stress, Langeweile und Verhaltensauffälligkeiten. Ein Kaninchen ist auch kein geeigneter Partner für ein Meerschweinchen: Die beiden Arten sprechen eine andere Sprache, Kaninchen können Meerschweinchen verletzen und Krankheitserreger übertragen. Chinchillas, Ratten und Mäuse leben ebenfalls gern in Gruppen; der Goldhamster ist dagegen ein Einzelgänger.

Gesundheitliche Gründe für eine Kastration

Die Kastration in der Tierarztpraxis

Ob, wann und bei welchem Tier eine Kastration sinnvoll ist, bespricht die Tierarztpraxis mit Ihnen. Wählen Sie dafür am besten eine Praxis, die Erfahrung mit Kaninchen und Meerschweinchen hat. Kleintiere reagieren empfindlicher auf eine Narkose als Hunde oder Katzen, deshalb sind eine gute Voruntersuchung und eine ruhige Umgebung wichtig. Fragen Sie nach, ob Ihr Tier vorher fasten soll; bei Kaninchen und Meerschweinchen ist das in der Regel nicht vorgesehen, aber die Praxis gibt Ihnen genaue Hinweise. Wichtig zu wissen: Männchen können nach der Kastration noch einige Wochen zeugungsfähig sein. Wie lange sie von Weibchen getrennt bleiben müssen, sagt Ihnen die Praxis.

Nach der Kastration: worauf Sie achten sollten

Gute Paare und Gruppen

Bei Kaninchen bewährt sich oft ein kastriertes Männchen mit einem Weibchen oder eine Gruppe mit gemischten Geschlechtern. Bei Meerschweinchen ist ein kastriertes Männchen mit einem oder mehreren Weibchen eine häufige Kombination. Zwei unkastrierte Männchen vertragen sich oft schlecht, sobald Weibchen in der Nähe sind. Führen Sie neue Tiere auf neutralem Gebiet zusammen, das keines kennt, mit genug Platz, mehreren Futterstellen und Verstecken mit zwei Ausgängen. Rangeleien, Jagen und Brummen sind am Anfang normal. Trennen Sie die Tiere, wenn es zu blutigen Bissen kommt. Lassen Sie neue Tiere vor dem Zusammenführen tierärztlich anschauen, damit keine Krankheiten oder Parasiten in die Gruppe gelangen.

Platz und hilfreiches Zubehör

Zwei oder mehr Tiere brauchen entsprechend mehr Platz. Jedes Tier sollte einen eigenen Rückzugsort haben, und es braucht mehrere Futter- und Wasserstellen, damit kein Tier verdrängt wird. Häuschen mit zwei Ausgängen verhindern, dass ein Tier in die Enge getrieben wird. Tunnel und Röhren bieten Beschäftigung und Fluchtwege. Passendes finden Sie unter Häuschen & Betten, Näpfe & Tränken und Käfige & Gehege. Wie Sie das Gehege für eine Gruppe einrichten, lesen Sie im Ratgeber Käfig und Gehege richtig einrichten.

Häufige Fragen

Darf man in der Schweiz ein Meerschweinchen allein halten?

Die Tierschutzverordnung schreibt für gesellige Arten wie Meerschweinchen und Kaninchen Sozialkontakt mit Artgenossen vor. Halten Sie deshalb mindestens zwei Tiere.

Ab wann kann man ein Kaninchen kastrieren lassen?

Den passenden Zeitpunkt legt die Tierarztpraxis fest, abhängig von Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand Ihres Tieres. Fragen Sie am besten schon kurz nach dem Kauf nach.

Können Kaninchen und Meerschweinchen zusammen leben?

Das ist nicht empfehlenswert. Sie verständigen sich unterschiedlich, Kaninchen können Meerschweinchen verletzen, und Krankheitserreger können übertragen werden. Jede Art braucht eigene Artgenossen.

Ist ein kastriertes Männchen sofort unfruchtbar?

Nein, Männchen können nach der Kastration noch einige Wochen zeugungsfähig sein. Wie lange sie getrennt bleiben müssen, sagt Ihnen die Tierarztpraxis.

Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.

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