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Milben, Haarlinge und Pilz bei Meerschweinchen und Kaninchen

Kratzt sich Ihr Meerschweinchen ständig oder zeigt Ihr Kaninchen kahle oder schuppige Stellen, stecken oft Parasiten oder ein Hautpilz dahinter. Diese Hauterkrankungen sind häufig, unangenehm für die Tiere und teilweise sehr ansteckend. Manche Pilze können auch auf Menschen übergehen. Hier erfahren Sie, wie Sie die Anzeichen erkennen, was Sie im Alltag tun können und wann eine Behandlung nötig ist.

Welche Hautparasiten und Pilze häufig sind

Milben sind winzige Spinnentiere. Beim Meerschweinchen sind vor allem Grabmilben gefürchtet, die in der Haut leben und starken Juckreiz auslösen. Beim Kaninchen kommen Pelzmilben vor, die sich als feine, scheinbar wandernde Schuppen im Fell zeigen, sowie Ohrmilben mit dicken Krusten im Ohr. Haarlinge sind kleine, flinke Insekten, die im Fell leben und sich von Hautschuppen ernähren; man sieht sie manchmal mit blossem Auge, ebenso ihre Eier an den Haaren. Hautpilze befallen Haut und Haare und verursachen meist runde, kahle, schuppige Stellen, oft am Kopf, um Augen und Nase oder an den Ohren. Auch Chinchillas, Ratten und Mäuse können von Milben und Pilzen betroffen sein.

Typische Anzeichen

Häufige Ursachen

Viele Tiere tragen einzelne Parasiten oder Pilzsporen ohne Beschwerden in sich. Zu einem Ausbruch kommt es oft, wenn die Abwehr geschwächt ist, etwa durch Stress, eine neue Gruppe, andere Krankheiten, ein höheres Alter oder eine unausgewogene Ernährung. Neue Tiere, die ohne Kontrolle in die Gruppe kommen, können Parasiten einschleppen. Auch Heu, Einstreu oder gebrauchtes Zubehör kommen als Quelle in Frage. Feuchte, schlecht gereinigte Gehege begünstigen Pilze. Was genau vorliegt, lässt sich nur mit einer Untersuchung klären, oft mit einer Haut- oder Haarprobe in der Tierarztpraxis.

Was Sie selbst tun können

Verwenden Sie keine Mittel gegen Flöhe oder Zecken, die für Hunde oder Katzen gedacht sind: Manche davon sind für Kleintiere gefährlich. Auch Hausmittel und Öle sind keine gute Idee. Behandelt wird in der Regel die ganze Gruppe, weil sich Partnertiere fast immer angesteckt haben; das plant die Tierarztpraxis. Ihre Aufgabe ist die Umgebung: Wechseln Sie die Einstreu vollständig, reinigen Sie Gehege, Häuschen, Näpfe und Zubehör gründlich mit heissem Wasser und lassen Sie alles gut trocknen. Waschen Sie Decken und Textilien heiss. Holzteile, die sich schlecht reinigen lassen, ersetzen Sie bei Pilzbefall besser. Bürsten Sie ein Tier mit Verdacht auf Pilz nur mit einer eigenen Bürste, die Sie danach reinigen.

Wann zur Tierarztpraxis

Vorbeugung, Hygiene und hilfreiches Zubehör

Kontrollieren Sie das Fell Ihrer Tiere einmal pro Woche, am besten beim Wiegen. Scheiteln Sie das Fell an mehreren Stellen und schauen Sie in die Ohren. Neue Tiere sollten vor dem Zusammenführen tierärztlich angeschaut werden und eine Zeit lang getrennt leben; die Dauer bespricht die Praxis. Lagern Sie Heu trocken und sauber. Waschen Sie sich nach dem Kontakt mit kranken Tieren die Hände, besonders Kinder. Eine weiche Bürste und ein feiner Kamm erleichtern die Fellkontrolle, besonders bei langhaarigen Meerschweinchen. Pflegezubehör finden Sie unter Spielzeug & Zubehör. Wie Sie das Gehege hygienisch einrichten, lesen Sie im Ratgeber Käfig und Gehege richtig einrichten.

Häufige Fragen

Kann ich mich bei meinem Meerschweinchen mit Pilz anstecken?

Ja, manche Hautpilze können auf Menschen übergehen. Waschen Sie sich nach dem Kontakt die Hände und lassen Sie gerötete Hautstellen bei sich ärztlich anschauen.

Warum kratzt sich mein Meerschweinchen ständig?

Häufige Ursachen sind Milben, Haarlinge oder ein Hautpilz, manchmal auch trockene Haut oder Stress. Starker Juckreiz sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Muss ich alle Tiere behandeln, wenn nur eines Milben hat?

Meist ja, weil die Partnertiere fast immer bereits angesteckt sind. Die Tierarztpraxis entscheidet, welche Tiere wie behandelt werden.

Kommen Milben über das Heu?

Das ist möglich, aber oft werden Milben durch neue Tiere eingeschleppt. Trocken gelagertes, sauberes Heu und eine Kontrolle neuer Tiere senken das Risiko.

Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.

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