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Schnupfen bei Kaninchen und Meerschweinchen: Anzeichen, was tun

Wenn ein Kaninchen oder Meerschweinchen niest, denken viele an eine harmlose Erkältung. Bei Kleintieren ist Schnupfen aber selten eine Kleinigkeit. Die Infekte können sich festsetzen, auf die Lunge übergreifen und andere Tiere der Gruppe anstecken. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, was Sie im Alltag tun können und welche Anzeichen nicht warten dürfen.

Was hinter Schnupfen steckt

Unter Schnupfen versteht man eine Entzündung der oberen Atemwege, also der Nase, der Nebenhöhlen und manchmal der Augen und Tränenkanäle. Meist sind Bakterien beteiligt, oft zusammen mit Viren oder reizenden Umweltfaktoren. Beim Kaninchen ist der sogenannte Kaninchenschnupfen bekannt, an dem verschiedene Erreger beteiligt sein können. Meerschweinchen reagieren besonders empfindlich auf bestimmte Bakterien, die Kaninchen ohne Anzeichen in sich tragen können. Auch bei Ratten sind Atemwegsinfekte sehr häufig und verlaufen oft schleichend. Ein Infekt kann sich bis in die Lunge ausbreiten. Dann wird es schnell ernst, denn Kleintiere zeigen Krankheit oft erst spät.

Typische Anzeichen

Häufige Ursachen

Erreger allein machen nicht immer krank. Oft kommt etwas hinzu, das die Abwehr schwächt. Dazu gehören Zugluft, starke Temperaturschwankungen, feuchte oder schlecht belüftete Ställe, Ammoniak aus nicht gereinigter Einstreu und staubiges Heu oder staubige Streu. Auch Stress, etwa durch eine neue Gruppe, Transport oder zu wenig Platz, macht anfälliger. Zahnprobleme können die Tränenkanäle und die Nase mitbetreffen. Bei Meerschweinchen spielt zudem eine gute Versorgung mit Vitamin C für die Abwehr eine Rolle. Kaninchen und Meerschweinchen sollten wegen des Ansteckungsrisikos nicht im selben Gehege leben. Welche Ursache vorliegt, klärt die Tierarztpraxis.

Was Sie selbst tun können

Trennen Sie ein krankes Tier nur dann von der Gruppe, wenn die Tierarztpraxis dazu rät; meist ist die ganze Gruppe bereits in Kontakt gewesen, und eine Trennung bedeutet zusätzlichen Stress. Sorgen Sie für einen zugfreien, gut belüfteten Platz mit gleichmässiger Temperatur. Reinigen Sie das Gehege häufiger, wechseln Sie nasse Einstreu sofort und verwenden Sie möglichst staubarme Streu und Heu. Wischen Sie Krusten an Nase und Augen nicht mit Gewalt ab. Geben Sie keine Erkältungsmittel, Tropfen oder Öle für Menschen, und stellen Sie keine Duftlampen oder ätherischen Öle in die Nähe. Beobachten Sie genau, ob das Tier frisst und trinkt.

Wann zur Tierarztpraxis

Vorbeugung und hilfreiches Zubehör

Ein heller, trockener und zugfreier Standort ist der beste Schutz. Draussen brauchen die Tiere einen Unterstand, der vor Wind, Regen und Nässe schützt, und im Winter eine gut isolierte Schutzhütte. Häuschen mit zwei Ausgängen bieten Rückzug, ohne dass die Luft darin steht. Regelmässige Reinigung verhindert, dass sich Ammoniak bildet. Impfungen gegen bestimmte Infektionen beim Kaninchen sind möglich; Art und Zeitplan bespricht die Tierarztpraxis mit Ihnen. Wie Sie das Gehege sauber und gut belüftet einrichten, lesen Sie im Ratgeber Käfig und Gehege richtig einrichten. Rückzugsorte finden Sie unter Häuschen & Betten, Gehege unter Käfige & Gehege.

Häufige Fragen

Mein Kaninchen niest ab und zu. Ist das schon Schnupfen?

Einzelnes Niesen kann durch Staub ausgelöst werden und ist dann harmlos. Niest das Tier häufig, hat es Ausfluss oder verklebte Pfoten, sollte die Tierarztpraxis nachschauen.

Ist Kaninchenschnupfen ansteckend?

Ja, die Erreger können zwischen Kaninchen übertragen werden und manche auch auf Meerschweinchen. Deshalb sollten die beiden Arten nicht zusammen gehalten werden.

Mein Meerschweinchen atmet schwer, was soll ich tun?

Schwere Atmung ist ein Notfall. Fahren Sie sofort zur Tierarztpraxis oder zum tierärztlichen Notdienst und halten Sie das Tier während der Fahrt ruhig und warm.

Kann Schnupfen von alleine weggehen?

Leichte Reizungen klingen manchmal ab. Weil sich Infekte bei Kleintieren aber festsetzen und ausbreiten können, sollten Sie anhaltende Anzeichen immer abklären lassen.

Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.

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