Wunde Füsse bei Kaninchen und Meerschweinchen: Sohlengeschwüre
Kaninchen und Meerschweinchen haben keine Ballen wie Hunde oder Katzen. Ihre Fusssohlen sind nur durch Fell und Haut geschützt. Drückt über längere Zeit ein harter, nasser oder ungeeigneter Boden darauf, können sich wunde Stellen bilden, die sich entzünden. Diese Sohlengeschwüre sind schmerzhaft und heilen schlecht. Mit dem richtigen Boden und etwas Aufmerksamkeit lassen sie sich oft vermeiden.
Was Sohlengeschwüre sind
Fachleute sprechen von Pododermatitis, einer Entzündung der Haut an den Fusssohlen. Sie beginnt meist harmlos: Das Fell an der Sohle wird dünn, darunter zeigt sich eine kahle, leicht gerötete Stelle. Bleibt der Druck bestehen, wird die Haut dicker und rissig, es bilden sich Krusten und offene Wunden. Dringen Bakterien ein, kann die Entzündung tiefer gehen und im schlimmsten Fall Sehnen und Knochen erreichen. Beim Kaninchen sind vor allem die Hinterläufe betroffen, beim Meerschweinchen oft die Vorderfüsse. Auch Ratten und Chinchillas können wunde Sohlen bekommen, besonders auf Gitterböden.
Typische Anzeichen
- Kahle oder gerötete Stellen an der Fusssohle, bei Kaninchen meist an der Ferse der Hinterläufe.
- Verhornte, verdickte oder rissige Haut, Krusten oder offene, nässende Stellen.
- Das Tier verlagert das Gewicht, sitzt ungewohnt, hoppelt weniger oder lahmt.
- Es leckt oder knabbert an den Füssen.
- Geschwollene Zehen oder Füsse, warme Stellen.
- Weniger Bewegung, weniger Appetit als Zeichen von Schmerz.
Häufige Ursachen
- Gitter- oder Rostböden, harte, glatte Flächen wie Fliesen oder Laminat ohne Auflage.
- Nasse, verschmutzte Einstreu, die die Haut aufweicht und Keime fördert.
- Zu wenig Einstreu oder ein zu dünner, kratziger Teppich.
- Übergewicht und zu wenig Bewegung durch ein zu kleines Gehege.
- Zu lange Krallen, die den Fuss falsch belasten.
- Veranlagung: Schwere Kaninchenrassen und Tiere mit kurzem, dünnem Fell an den Sohlen sind anfälliger.
Was Sie selbst tun können
Schauen Sie sich die Fusssohlen Ihrer Tiere regelmässig an, zum Beispiel einmal pro Woche beim Wiegen. Nehmen Sie das Tier dafür sicher auf den Schoss und stützen Sie dabei immer Brust und Hinterteil. Bemerken Sie eine kahle oder gerötete Stelle, prüfen Sie sofort den Boden: Sorgen Sie für eine weiche, saugfähige und trockene Unterlage, entfernen Sie nasse Stellen täglich und decken Sie harte Flächen ab. Kontrollieren Sie auch die Krallen; wie man sie richtig kürzt, lassen Sie sich am besten in der Tierarztpraxis zeigen. Behandeln Sie offene oder entzündete Stellen nicht selbst mit Salben, Cremes oder Verbänden, ohne dass die Praxis dies empfohlen hat.
Wann zur Tierarztpraxis
- Die Haut an der Sohle ist offen, nässt, blutet oder hat Krusten.
- Der Fuss ist geschwollen, warm oder das Tier lahmt deutlich.
- Es frisst weniger, bewegt sich kaum oder wirkt schmerzgeplagt.
- Eine kahle Stelle wird trotz besserem Boden innerhalb von etwa zwei Wochen nicht besser.
Vorbeugung und hilfreiches Zubehör
Ein gesunder Boden ist abwechslungsreich: Ein Teil des Geheges mit tiefer, weicher Einstreu und Heu, dazu Bereiche mit Teppich, Matten oder Naturflächen. Gitterböden sollten vollständig abgedeckt werden. Viel Platz und täglicher Auslauf halten die Tiere schlank und beweglich. Häuschen und Liegematten bieten weiche Ruheplätze, die regelmässig gewaschen oder ausgetauscht werden. Weiches Zubehör finden Sie unter Häuschen & Betten, grössere Gehege unter Käfige & Gehege. Wie Sie Einstreu und Boden passend wählen, erklärt der Ratgeber Käfig und Gehege richtig einrichten.
Häufige Fragen
Warum hat mein Kaninchen kahle Stellen an den Hinterpfoten?
Kahle Stellen an der Ferse können der Beginn eines Sohlengeschwürs sein, oft durch harten oder nassen Boden. Prüfen Sie den Untergrund und lassen Sie die Stelle anschauen, wenn sie gerötet ist oder nicht besser wird.
Sind Gitterböden für Meerschweinchen geeignet?
Nein. Gitter- und Rostböden belasten die Füsse und können zu Verletzungen führen. Decken Sie solche Böden vollständig mit einer weichen, saugfähigen Unterlage ab.
Heilen Sohlengeschwüre von selbst?
Leichte kahle Stellen bessern sich oft, wenn der Boden verbessert wird. Offene, entzündete oder geschwollene Stellen brauchen dagegen eine tierärztliche Behandlung.
Welcher Boden ist gut für Kaninchenfüsse?
Am besten ein Mix aus tiefer, saugfähiger Einstreu, Heu und weichen, rutschfesten Flächen. Wichtig ist, dass der Boden trocken bleibt und regelmässig gereinigt wird.
Allgemeine Informationen, keine Diagnose und kein Ersatz für die tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitsanzeichen, Schmerzen, Atemnot, Vergiftungsverdacht oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.







